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Was ist jetzt eigentlich ein Bachelor?

Was hat es mit dem Bachelor-Studium nun genau auf sich? Wer sich mit den Studienordnungen von Deutschlands Hochschulenbeschäftigt, wird kaum noch einen traditionellen Diplom- oder Magisterstudiengänge finden. Dafür findet man auf eine große Anzahl neuer Bachelor-Studiengänge. Der Bachelor ist als ein akademischer Grad definiert, der von einer Universität (Hochschule) und auch von den privaten Berufsakademien nach Abschluss eines wissenschaftlichen, berufsqualifiziernden Studiums vergeben wird.

Der Bachelor historisch betrachtet
Das Wort „Bachelor“ lässt sich etymologisch auf das Wort „Bakkalaureus“ zurückführen, was so viel wie „Junggeselle“ bedeutet.in Europa nach Gründung der ersten Hochschulen wurde der "Bachelor" schnell zum Titel für Hochschulabsolventen. Die Sorbonne war die erste Universität, die im 13. Jahrhundert diesen Titel verliehen hat. Auf dem heutigen deutschen Staatsgebiet schlossen sich die Hochschulen dem nach ihrer Gründung ebenfalls an. Im 19. Jahrhundert wurde der Bakkalaureus in Deutschland wieder abgeschafft.

Im Rahmen des Bologna-Prozesses wird der Bachelor wieder eingeführt und ie alten Diplom- und Magisterstudiengänge abgeschafft. Der Prozess soll durch die Einführung eines zwei-stufigen Abschlusssystems einen einheitlichen europäischen Hochschulraum schaffen, dem sich viele Nationen angeschlossen haben. Demnächst wird es also in diesen Ländern Studiengänge geben, die alle mit dem Bachelor und dem Master abgeschlossen werden können und die dadurch alle in ihren Leistungen miteinander vergleichbar sind. Man verspricht sich von der Einführung dieser Sudiengänge eine Verkürzung der Studienzeiten, schnellere Berufsqualifizierung Vereinheitlichung des Abschlusses und Anerkennung der Studienleistungen innerhalb der Europäischen Union, Erhöhung der Mobilität der Studentinnen und Studenten, Modernisierung der Studienordnungen durch die Umstellung auf den Bachelor.

Der Aufbau des Bachelor-Studiums
Ein Bachelor-Studium dauert in der Regel drei Jahre, umfasst also sechs bis maximal acht Semester. Die Grenze von acht Semestern kann in der Regel nicht überschritten werden. Während des Bachelor-Studiums sollen akademische Kenntnisse, die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens, Sprachkenntnisse und soziale Kompetenzen vermittelt werden. Häufig ist zusätzlich ein Praktikum verpflichtend. An Fachhochschulen, die generell praxisorientiert ausbilden, wird meist ein Praktikumssemester verlangt, an Universitäten wird das Praktikum in der Regel in den Semesterferien durchgeführt. Einige Bildungseinrichtungen verlangen Auslandssemester, bei denen interkulturelle Kompetenzen gesammelt werden sollen.

Die Besonderheit des Bachelorabschlusses ist im Vergleich zu den alten Studiengängen ist die Modularisierung. Das Studium besteht aus einer fachbezogenen Modulen, die das Studienfach in Abschnitte gliedern. Ein Modul besteht häufig aus zwei aufeinander bezogenen Vorlesungen, Seminaren oder Übungen und reicht häufig über zwei Semester. Die Noten ergeben zusammengerechnet eine Durchschnittsnote für das jeweilige Modul. Die Noten werden dann zur Abschlussnote zusammengefügt. Dieses System macht das Studium nicht nur übersichtlicher, sondern ermöglicht eine bessere Dokumentation der Leistungen des Studenten.
Mit dem Bachelor wurde ein neues Punktsystem zu Bewertung eingeführt. Das „European Credit Transfer System“ (ECTS) ist ein einheitliches Leistungspunkte-System, das Leistungen innerhalb des EU Bildungsraumes vergleichbar machen und eine Bewertung bereits erbrachter Leistungen bei einem Hochschulwechsel erleichtern soll. Jeder Student soll pro Semester etwa 30 ECTS erreichen. Ein Punkt entspricht einem Arbeitsaufwand von ca. 30 Stunden. Beim Bachelorstudium werden für Kurse in zwei oder vier Punkte angerechnet. Neben einem Referat oder einer Hausarbeit ist die regelmäßige Anwesenheit ein Kriterium .

Die Bachelorarbeit
Die Bachelorarbeit ist der Abschluß des Studiums. Die Bachelorarbeit wird nach dem letzten Fachsemester geschrieben und soll einen Umfang von 30 bis 40 Seiten haben. Mit der Arbeit weist der Sudent nach das er in der Lage ist ein Thema eigenständig und auf akademisch-wissenschaftlicher Grundlage zu bearbeiten. Für die Bachelorarbeit kann ein Student zwischen sechs und zwölf Credit Points erhalten.

Folgen der Bachelor Einführung
Die Einführung des Bachelor soll das Studium an einer Hochschule mehr an der Berufspraxis orientieren. Hochschulen und andere Studieneinrichtungen legen einen größeren Wert auf die gemeinsame Durchführung von Projekten mit der Wirtschaft, wodurch Studenten praxisorientierte Einblicke bekommen. Seit Einführung des Bachelor nimmt die Anzahl der witschaftsbezogenen akademischen Arbeiten zu. Die Anzahl kleinerer Seminare steigt. An den Fachhochschulen, die in Richtung einer persönlicheren Betreuung und einer stärkeren Verschulung orientieren, hat sich diese Tendenz noch verstärkt. Universitäten sind stark darum bemüht die Teilnehmerzahlen an den Kursen zu begrenzen. Mit dem Bachelor ist die Zahl der Studiengänge gestiegen, die zulassungsbeschränkt sind, dadurch wird die Anzahl der Studenten verkleinert. Im Vergleich zu alten Studiengängen können Studenten ihre Stundenpläne nicht mehr so frei zusammenstellen da die Modulauswahl häufig strenger festgelegt ist. Viele Hochschulen sind stark an die Unterschiede zwischen Sommer- und Wintersemester gebunden, bestimmte Kurse werden nur noch im Winter- oder im Sommersemester angeboten. Dadurch ist es problematischer ein Auslands- oder Praxissemester einzulegen. Durch die Einführung des Bachelor können Leistungen die im Ausland an einer Bildungseinrichtung erbracht wurden leichter durch das ECTS System anerkannt werden. Unterschiede zwischen den Bachelor-StudiengängenIm deutschen Hochschulsystem wurden mit dem Bachelor sieben neue Abschlüsse eingeführt. Die Abschlüsse beziehen sich auf einen bestimmten Fachbereich und auf ein bestimmtes Berufsfeld.

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